jaguar kleinBiodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten. Dazu gehört die genetische Vielfalt innerhalb einer Art, die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt von Ökosystemen und ihren Dienstleistungen. Biodiversität ist also weit mehr als die Summe aller Arten. Der Einfachheit halber spricht man oft nur von Artenvielfalt. Das ist aber weder wissenschaftlich korrekt, noch wird es der Bedeutung biologischer Vielfalt für uns gerecht. Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen sind nicht nur die Grundlage unseres Überlebens, sondern auch die Grundvoraussetzung allen wirtschaftlichen Handelns.

Experten sind sich einig, dass wir Biodiversität in einem nie dagewesenen Tempo verlieren.

Artenvielfalt verschwindet, weil Arten komplett aussterben. Das geschieht vermutlich mit einer Rate, die etwa 1.000mal über der natürlichen Aussterberate liegt.

Genetische Vielfalt erodiert, weil Populationen immer kleiner werden. Heute lebende Löwen machen nur noch etwa 10% der Population von vor 100 Jahren aus, heute lebende Blauwale vielleicht weniger als 1% ihrer Ursprungspopulation.

Immer mehr geht es auch kompletten Ökosystemen an den Kragen. Tropische Korallenriffe, Bergregenwälder oder Mangroven stehen ganz oben auf der Liste bedrohter Lebensräume.

Den höchsten Grad an Biodiversität finden wir in den Tropen, und dort wiederum in tropischen Regenwäldern. Obwohl diese tropischen Regenwälder inzwischen nur noch etwa 5% der Landfläche der Erde ausmachen (ursprünglich waren es 12% ), beherbergen sie mindestens 50% - nach Schätzung mancher Experten sogar bis zu 90% - aller heute lebenden Tier- und Pflanzenarten. Geschätzte 40% - 75% aller Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich in Regenwäldern vor. Verschwinden diese Lebensräume, verlieren wir diese Arten ebenfalls – für immer – unwiederbringlich.

Die tropische Vielfalt des Lebens basiert nicht auf fruchtbaren Böden, denn gerade in den Tropen sind diese arm an Nährstoffen. Vielmehr befinden sich die meisten Nährstoffe in einem permanenten Kreislauf von Wachsen und Vergehen. Absurderweise werden Regenwälder aber oft zerstört, um Landwirtschaft zu betreiben. Dabei bricht dieser Kreislauf zusammen, und ertragreiche Landwirtschaft mit Monokulturen ist auf den mageren Böden nur über wenige Jahre möglich.

Während sich der landwirtschaftliche Raubbau an der Natur immer neue Flächen sucht, bleiben zerstörte Gebiete zurück. Der Verlust an Biodiversität ist unumkehrbar, und auch die Fähigkeit, große Mengen CO2 zu speichern und immer wieder fruchtbare Böden zu generieren, haben nur natürliche Wälder.

Biodiversität und Ökosystemleistungen sind Allgemeingüter. Schäden an solchen „Commons“ müssen wir alle tragen, während Gewinne aus ihrer Zerstörung immer noch privatisiert werden dürfen.

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