Logbuch

Log·buch /Lógbuch/

Substantiv, Neutrum [das] Seewesen

Ein Logbuch ist ein Tagebuch auf Seeschiffen, in das alle für die Seefahrt wichtigen Beobachtungen eingetragen werden.

…und so halten wir es hier mit unserem Logbuch. Wir beobachten das Thema Nachhaltigkeit und immer wieder fällt uns etwas auf, was nicht ignoriert werden sollte. Solche Beobachtungen kommentieren wir kurz und veröffentlichen sie hier.


  • Sustainable Development Goals

    SDG WheelRichtig Handeln hat goldenen Boden - Business and Sustainable Development Goals

    Am 1. Januar 2016 haben die Staaten der Vereinten Nationen im Rahmen der „2030 Agenda for Sustainable Development“ 17 Ziele verabschiedet, die menschliches Wohlergehen auf einer gesunden Erde sicherstellen können, die sogenannten Sustainable Development Goals (kurz SDGs), und sich in einer gemeinsamen Erklärung zu deren Umsetzung bis 2030 verpflichtet. Die SDGs lösten die Millenium Development Goals (MDGs) ab, deren Umsetzung bis 2015 beschlossen, aber nur teilweise erfolgreich war.

    Eine wirtschaftliche Zukunft kann dauerhaft nur mit einer gesunden Gesellschaft gelingen. Immer mehr Unternehmen erkennen das und orientieren ihr Handeln an den Leitplanken der Entwicklungsziele. Das zunehmende Missfallen von Verbrauchern gegenüber rein gewinnorientierten Unternehmenspraktiken sowie die Wachstumsraten, die verantwortungsvoll produzierte Waren und Dienstleistungen am Markt haben, geben ihnen Recht.

    Welches wirtschaftliche Potential in der Realisierung der SDGs liegt, hat die Business and Sustainable Development Commission (BSDC) in ihrem Report „Better Business, Better World“ errechnet. Die BSDC, eine im Zuge des Welt-Wirtschaftsforums 2016 gegründete Initiative von Führungskräften aus Wirtschaft Zivilgesellschaft, Arbeits- und Finanzinstitutionen, hatte es sich zu Ziel gemacht, die ökonomischen Chancen zu quantifizieren, die in der Umsetzung der SDGs liegen. Wirksam werden dabei sowohl neue Märkte und Ressourceneinsparungen, als auch vermiedene Kosten durch negative Auswirkungen von Hunger, Krankheit, schlechter Bildung und sozialer Unruhe. So notiert der Report allein für die vier Systeme Food and Agriculture, Cities, Energy and Materials und Health and Well-Being Marktchancen von 12 Billionen US$ bis 2030. (Der vollständige Bericht findet sich hier.)

    Die Argumente für die Umsetzung der SDGs sind bestechend, nur handeln müssen wir jetzt!

    Die Agentur auf! hilft Unternehmen, sich an diesen Zielen zu orientieren, um gute, zukunftsweisende Projekte zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen.

    https://sustainabledevelopment.un.org/sdgs

  • Planetare Grenzen

    planetary boundsPlanetare Grenzen – Was unser Leben möglich macht

    Weil unser technologischer und kultureller Fortschritt rapide voranschreitet, vergessen wir oft, dass menschliches Überleben nur innerhalb relativ enger bio-physikalischer Grenzen möglich ist, die sich auch durch technische Innovationen nicht verschieben lassen. Man spricht von dem „safe operating space“.

    Auf die Frage, wie dieser sichere Handlungsrahmen gewahrt werden kann, haben Wissenschaftler eine beeindruckend einfache Antwort gefunden. Der „safe operating space“ lässt sich schon durch neun (mit Unterkategorien 11) Parameter sehr gut beschreiben. Wird bei einem dieser Parameter ein bestimmter Grenzbereich – also eine Planetare Grenze - überschritten, besteht die Gefahr irreversibler und plötzlicher Umweltveränderungen, die die Bewohnbarkeit der Erde für Menschen (stark) einschränken.

    Namentlich sind dies folgende Parameter:

    1. Klimawandel (atmosphärische CO2-Konzentration)
    2. Intaktheit (Integrität) der Biosphäre mit den Unterpunkten Genetische Vielfalt und Funktionale Vielfalt
    3. Stratosphärischer Ozonabbau
    4. Übersäuerung der Ozeane
    5. Phosphor- und Stickstoffkreisläufe
    6. Landnutzungswandel (Waldverlust, Versiegelung, Landwirtschaft)
    7. Süßwasserverbrauch
    8. „Novel entities“ (Eintrag neuer Stoffe oder gentechnisch veränderter Arten)
    9. Luftverschmutzung durch Schwebstoffe (Aerosolbelastung)

    In sieben der neun Parameter können die Planetaren Grenzen quantifiziert werden. In vieren haben wir bereits die erträgliche Belastungsgrenze überschritten: Verlust von Biodiversität, Klimawandel, Landnutzungsänderung und die biochemischen Flüsse von Stickstoff und Phosphor.

    Unternehmen können das Prinzip der Planetaren Grenzen nutzen, um zu überprüfen, ob entlang ihrer Wertschöpfungsketten jetzt oder in Zukunft Dinge passieren, die sich schlecht auf das Leben auf unser Erde auswirken.

    Wir unterstützen Sie in allen unternehmensrelevante Fragen rund um Planetare Grenzen.

  • Plastik

    plastik travelPlastik ist leicht, vielfältig einsetzbar, bunt, stabil und langlebig.

    Plastik ist gerade deswegen ein Stoff, der quasi immer und überall verwendet wird. Seine besonderen Eigenschaften tragen zur Überschreitung der Planetaren Grenzen bei. Weltweit werden zurzeit jährlich fast 300 Millionen Tonnen Plastikkunststoff produziert. Etwa die Hälfte aller Plastikprodukte wird nur einmal benutzt und dann entsorgt. Acht Millionen Tonnen davon landen Jahr für Jahr in den Weltmeeren.

    Heute findet sich Plastik in Regionen, die nie ein Mensch betreten hat, wie dem mehr als 10 Kilometer tiefen Mariana-Graben, aber auch in vielen Nahrungsmitteln, darunter in fast jedem Speisesalz. Im Jahr 2050 wird es vermutlich mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren geben!

  • UN Konvention zu Biodiversität

    zebra kleinVom 17. -29.11.2018 fand im Ägyptischen Sharm El-Sheik die 14. Weltkonferenz der Biodiversitätskonvention statt. Entscheidungsträger aus 190 Ländern trafen sich hier auf der 14. Conference of the Parties (CoP) der „Konvention über die biologische Vielfalt“ (engl. CBD), um Maßnahmen gegen den weltweiten Verlust von Biodiversität zu vereinbaren.

    Die Vision der CBD lautet:
    „Leben in einer Welt, in der bis 2050 die biologische Vielfalt wertgeschätzt, geschützt und wiederhergestellt ist und unter Aufrechterhaltung der Ökosystemleistungen, Bewahrung eines gesunden Planeten und Bereitstellung der für alle Menschen wesentlichen Vorteile vernünftiger genutzt wird.“

    Dabei verfolgt die CBD drei große Ziele:

    • die Erhaltung der biologischen Vielfalt
    • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile
    • der gerechte Vorteilsausgleich aus der Nutzung genetischer Ressourcen (ABS)

    Umgesetzt werden sollen möglichst viele und möglichst erfolgreiche Maßnahmen in der jetzt laufenden UN-Dekade (2011-2020) der biologischen Vielfalt.

    Die Konvention über die biologische Vielfalt ist explizit nicht einfach eine Naturschutzvereinbarung, sondern ein Abkommen, das die Lebensgrundlagen der Menschheit sichern soll und den Schutz biologischer Vielfalt mit wirtschaftlichen Chancen verbindet.

    Unternehmerisches Engagement für den Erhalt von Biodiversität ist kein Gutmenschentum, sondern strategische Zukunftssicherung.

  • Alles so schön bunt hier

    jaguar kleinBiodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten. Dazu gehört die genetische Vielfalt innerhalb einer Art, die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt von Ökosystemen und ihren Dienstleistungen. Biodiversität ist also weit mehr als die Summe aller Arten. Der Einfachheit halber spricht man oft nur von Artenvielfalt. Das ist aber weder wissenschaftlich korrekt, noch wird es der Bedeutung biologischer Vielfalt für uns gerecht. Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen sind nicht nur die Grundlage unseres Überlebens, sondern auch die Grundvoraussetzung allen wirtschaftlichen Handelns.

    Experten sind sich einig, dass wir Biodiversität in einem nie dagewesenen Tempo verlieren.

    Artenvielfalt verschwindet, weil Arten komplett aussterben. Das geschieht vermutlich mit einer Rate, die etwa 1.000mal über der natürlichen Aussterberate liegt.

    Genetische Vielfalt erodiert, weil Populationen immer kleiner werden. Heute lebende Löwen machen nur noch etwa 10% der Population von vor 100 Jahren aus, heute lebende Blauwale vielleicht weniger als 1% ihrer Ursprungspopulation.

    Immer mehr geht es auch kompletten Ökosystemen an den Kragen. Tropische Korallenriffe, Bergregenwälder oder Mangroven stehen ganz oben auf der Liste bedrohter Lebensräume.

    Den höchsten Grad an Biodiversität finden wir in den Tropen, und dort wiederum in tropischen Regenwäldern. Obwohl diese tropischen Regenwälder inzwischen nur noch etwa 5% der Landfläche der Erde ausmachen (ursprünglich waren es 12% ), beherbergen sie mindestens 50% - nach Schätzung mancher Experten sogar bis zu 90% - aller heute lebenden Tier- und Pflanzenarten. Geschätzte 40% - 75% aller Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich in Regenwäldern vor. Verschwinden diese Lebensräume, verlieren wir diese Arten ebenfalls – für immer – unwiederbringlich.

    Die tropische Vielfalt des Lebens basiert nicht auf fruchtbaren Böden, denn gerade in den Tropen sind diese arm an Nährstoffen. Vielmehr befinden sich die meisten Nährstoffe in einem permanenten Kreislauf von Wachsen und Vergehen. Absurderweise werden Regenwälder aber oft zerstört, um Landwirtschaft zu betreiben. Dabei bricht dieser Kreislauf zusammen, und ertragreiche Landwirtschaft mit Monokulturen ist auf den mageren Böden nur über wenige Jahre möglich.

    Während sich der landwirtschaftliche Raubbau an der Natur immer neue Flächen sucht, bleiben zerstörte Gebiete zurück. Der Verlust an Biodiversität ist unumkehrbar, und auch die Fähigkeit, große Mengen CO2 zu speichern und immer wieder fruchtbare Böden zu generieren, haben nur natürliche Wälder.

    Biodiversität und Ökosystemleistungen sind Allgemeingüter. Schäden an solchen „Commons“ müssen wir alle tragen, während Gewinne aus ihrer Zerstörung immer noch privatisiert werden dürfen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok